Gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderungen

JOURNAL

In unserem Journal möchten wir Ihnen Themen rund um GIB nahebringen, die über die tägliche Betreuung hinausgehen. Sie finden hier Informationen, Berichte oder Meinungen, von denen wir glauben, dass sie eine besondere Bedeutung sowohl für unsere Arbeit als auch für unsere Betreuten und deren Angehörige haben.

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Deeskalationstraining

Deeskalationstraining

Olaf Schmelzer, Deeskalationstrainer mit langer Berufs­erfahrung als Krankenpfleger in der Psychiatrie und eigner Firma “KonfliktFit“ trainiert seit 2004 GIB-Mitarbeiter und seit kurzem auch Bewohner im Umgang mit Konflikten: Warum ist jemand aggressiv? Und wie werden alle Beteiligten besser damit fertig?

Am Anfang stand eine Begegnung mit zwei GIB-Mitarbeitern bei einem seiner Kurse in der Psychiatrie. „Bei euch sind die Leute vier Wochen, bei uns dürfen sie ein Leben lang sein. Ihr könnt den Notruf drücken, dann stehen da sieben Leute. Wir müssen allein Wege finden. Und wir haben den Auftrag, die Leute zu fördern.“, gaben sie zu bedenken. Das sah Olaf Schmelzer als seinen Arbeitsauftrag, gemeinsam mit einigen GIB-Mitarbeitern ein Training zu entwickeln.

Warum greift jemand mich an? Die Suche nach dem Grund folgt jedem Übergriff. Die große Herausforderung dabei ist den Bewohnern eine Stimme zu geben und gleichzeitig zu vermitteln zwischen deren schwierigen Verhaltensweisen und dem Recht der Mitarbeiter auf einen gewaltarmen Arbeitsplatz.

Im Training geht es um die Schulung des Einzelnen, aber auch um die Ausbildung von Trainern innerhalb der GIB-Teams. Irgendwann wollten sich auch Bewohner trainieren lassen.

Anfangs war Olaf Schmelzer durchaus skeptisch. Was passiert, wenn jemand plötzlich schreien oder raus rennen würde? Auch die Gruppengröße gab ihm zu bedenken. Jetzt haben seine Erfahrungen die Sorgen weichen lassen: „Jeder, der dabei ist, möchte auch dabei sein. Und nimmt sich so viel er ertragen kann. Je nachdem, wie er motiviert ist oder wo seine Fähigkeiten liegen, macht er mit. Es ist kein Problem, wenn sich einer zurückzieht, zuschaut, sich ausruht. Es geht nicht um Leistung.“

Betreute und GIB-Mitarbeiter deeskalieren

So gehört zu den theoretischen und praktischen Übungen des Trainings auch immer Reden, Essen und Trinken und Ausruhen. In der gemütlichen Atmosphäre eines Ein­familienhauses. Einen ganzen Tag lang.

Als sich bei einer dieser Schulungen kürzlich herausstellte, dass eine Bewohnerin gern zur Trainerin ausgebildet werden wollte, war das auch für Olaf Schmelzer ein Zeichen für die Früchte, die seine Arbeit trägt.

Trotzdem weiß er: Es gibt keine Patentrezepte. Keine Schalter, die man finden und umlegen kann. Was eine Zeit lang funktioniert, muss keine dauerhafte Lösung sein.

Mehr zur Arbeit Olaf Schmelzers erfahren Sie im PDF "Von der Strecke zum Strahl". Der Text ist dem Buch “Zeichen und Wunder“ entnommen, das GIB anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums herausgebracht hat. Es kann über die editionGIB bezogen werden.

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